LOOxx* N°II_2018 z w ö l f - 5 KULTUR ieber Herr Lohe, in den letzten Wochen und Monaten hat sich auch in der Düsseldorfer Kultur viel getan. Welche Ereignisse haben Sie hierbei am meisten bewegt? Hans-Georg Lohe: Bewegung in der Kultur ist oftmals ein gutes Zeichen. Doch der Abschied von Martin Schläpfer, dem Chef des Balletts an der Oper, war eines der weniger schönen Ereignisse. Ich bin glück - lich, dass wir Martin Schläpfer mehr als 10 Jahre an der Deutschen Oper am Rhein halten konnten. Er hat uns großartige Choreografien geschenkt, eine Kompagnie von Weltruf aufgebaut und das Publikum begeistert. Aber irgendwann reift bei großen Künstlern der Wunsch nach Neuanfang, und dann sind sie nicht mehr zu halten. Das Angebot aus Wien konnte er – nach- dem er mehrere Angebote bereits abgelehnt hatte – nun definitiv nicht ausschlagen. Freuen wir uns, dass wir ihn noch volle zwei Spielzeiten bei uns haben, und nutzen wir die Chancen, seine Werke in Düsseldorf/ Duisburg zu sehen. Das Ballett am Rhein ist eine exzellente Kompanie, hat seit der Errichtung des neuen Ballettprobezentrums Am Steinberg beste Probebedingungen, wir werden zeitnah, aber ohne Eile, eine hoch qualifizierte Nachfolge suchen. Das Ballett am Rhein ist und wird auch in Zukunft eine tragende Säule der Kulturlandschaft von Düsseldorf bleiben. Nicht nur der Schwanensee von Martin Schläpfer ist regelmäßig ausverkauft, auch „Lazarus“ im Düsseldorfer Schauspielhaus zählt zu den Erfolgsgeschichten der Saison. Die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals wurde auf der Großen Bühne des Hauses am Gustaf-Gründgens-Platz insze- niert, David Bowie schrieb das Stück kurz vor seinem Tode gemeinsam mit dem iri- schen Dramatiker Enda Walsh. In der nächsten Spielzeit wird immer häufiger schon wieder im Großen Haus gespielt – trotz Baustelle, und ab Herbst 2020 wird dasSchauspielhausinneuemGlanzerscheinen. Welche Herausforderungen beschäftigen Sie derzeit in besonderem Maße? Nachdem wir in diesem Jahr bereits die Kunstkommission, die sich mit Kunst am Bau und im öffentlichen Raum beschäftigt, und den Rat der Künste, der als Sprach- rohr für die Kulturschaffenden in der Stadt dienen will, einberufen haben, der Betrieb der Tonhalle zum 01.08. nach langen Jahren der Diskussion endlich in die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH überführt wird, sind es wie in den vergangenen Monaten vor allem Bauprojekte. Viele unserer Kulturinstitute müssen dringend saniert werden, hier werden im Herbst die Prioritäten festgelegt werden müssen. Bildende Kunst spielt in Düsseldorf eine besondere Rolle. Können die Leserinnen und Leser sich auf spannende Ausstellungen in der zweiten Jahreshälfte freuen? Hier möchte ich zunächst auf eine unge- wöhnliche Museumsausstellung hinweisen: Der neue Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast, Felix Krämer, richtet ab September sein Augenmerk auf exklusive Sportwagen. Die „Cars“-Ausstellung im Museum Kunstpalast läuft vom 27.09.2018 bis zum 10.02.2019, die dort ausgestellten 25 Sportwagen sind „Ikonen“ der Design - geschichte. Haben Sie für unsere Leserinnen und Leser noch weitere Veranstaltungstipps für die kommenden Monate? Unbedingt die Konzerte in der Tonhalle: Mit dem Haydn-Zyklus und dem Mahler- Zyklus, dirigiert von Chefdirigent Adam Fischer, erleben Sie Musik von Weltklasse. Für Opernenthusiasten empfehle ich „Wozzeck“ von Alban Berg. Von Ende Oktober bis Ende November kann das Werk, inszeniert vom international erfolg- reichen und mehrfach zum Opernregisseur des Jahres gekürten Norweger Stefan Herheim, besucht werden. Für Familien empfehle ich als faszinierendes Ausflugsziel unseren Aquazoo. Seit der Wiedereröffnung Ende September 2017 zeigten sich bereits mehr als 400.000 große & kleine Besucher vom Aquazoo begeistert: nicht nur von über 500 verschiedenen Tierarten, sondern auch davon, dass der Aquazoo seine inter- nationale Reputation im Bereich der Aufzucht nutzt oder aber – wie kürzlich am 08.06. geschehen – um am World Oceans Day teilzunehmen und so auf die weltweite Verschmutzung der Ozeane z.B. durch Mikroplastik aufmerksam zu machen. Praxistipp: Eintrittskarten online über die Website des Aquazoos buchen, Sie vermeiden so längere Wartezeiten in den Ferien und am Wochenende, so lässt sich ein schöner Familientag im Aquazoo verbringen. Im September öffnen im Übrigen wieder traditionsgemäß an zwei Wochenenden Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler im Rahmen der „Kunstpunkte“ des Kultur - amtes ihre Ateliers. Im Norden finden die Kunstpunkte am 15./16.09. und im Süden am 22./23.09. statt. Erreichen können sie die verschiedenen Ateliers über den vom Kulturamt bereitgestellten Shuttleservice. Die Off-Szene eröffnet jeweils am Freitag vor den beiden Wochenenden ihre Türen. Im späten Sommer, frühen Herbst reihen sich zudem für unsere Festivalliebhaber einige Veranstaltungen aneinander, wie das bekannte Golzheim Fest am 01.+ 02.09.. Vom 12.09. bis zum 03.10. findet das düsseldorf festival statt, auftreten wird dort u.a. das Londoner Vokaloktett „Voces8“, die Düsseldorfer Band „Creeps“ oder auch als schwedischer Stammgast des Festivals „Cirkus Cirkör“. Anschließend folgt das New Fall Festival vom 25. bis zum 28.10. mit dem Headliner MacDeMarco. Auch für die zweite Hälfte des Jahres 2018 bietet Düsseldorf viele kulturelle Highlights, ich wünsche Ihnen viel Freude beim Besuch.< L „Das Ballett am Rhein ist und wird auch in Zukunft eine tragende Säule der Kulturlandschaft von Düsseldorf bleiben.“ Hans-Georg Lohe_Kulturdezernent Düsseldorf 18_2_124-125 Hans-Georg Lohe_1 13.07.18 00:40 Seite 2